Gesundheitspolitische Schwerpunkte

Haltung aus Erfahrung

Acht Themenfelder, die Simone Borchardt im Deutschen Bundestag mitgestaltet – konkret, sachlich und mit klarem Blick auf die Versorgungsrealität in Deutschland – besonders in Nordwestmecklenburg, Ludwigslust-Parchim und dem Landkreis Rostock.

Versorgungsstruktur

Krankenhausreform

Die Krankenhausreform ist das tiefgreifendste Strukturvorhaben in der deutschen Krankenhauslandschaft seit Jahrzehnten – und gleichzeitig das risikoreichste, wenn sie schlecht umgesetzt wird.

Mein Ziel: Planungssicherheit für die Kliniken, besonderer Schutz der Grundversorgung in ländlichen Regionen und eine Vorhaltefinanzierung, die nicht auf dem Rücken der Patientenversorgung ausgetragen wird.

Die CDU/CSU fordert, dass die Reform praxistauglich ausgestaltet wird. Ländliche Häuser mit unverzichtbarer Notfallversorgung müssen auch bei niedrigen Fallzahlen eine gesicherte Zukunft haben. Keine Einheitsstruktur, die Regionen wie Nordwestmecklenburg, Ludwigslust-Parchim oder den Landkreis Rostock strukturell benachteiligt.

Kern meiner Position: Qualitätssicherung ja, Kahlschlag nein. Der Patient muss der Maßstab sein, nicht die betriebswirtschaftliche Optimierung um jeden Preis.

Eine Krankenhausreform, die auf dem Papier modern wirkt, aber im ländlichen Raum Versorgungslücken hinterlässt, ist keine Reform – sie ist ein Problem.

Simone Borchardt MdB


Pflege

Pflegereform

Pflege ist systemrelevant – und wird noch immer strukturell unterschätzt. Pflegekräfte sind das Rückgrat der stationären und ambulanten Versorgung.

Meine Forderungen: erweiterte Kompetenzen für Pflegefachpersonen, konsequenter Bürokratieabbau und eine Vergütung, die den Wert dieser Arbeit endlich abbildet.

Die Dokumentationslast in der Pflege ist exorbitant. Pflegekräfte dokumentieren mehr, als sie pflegen. Das kostet Ressourcen, Motivation und letztendlich Qualität. Hier brauchen wir tiefgreifende Reformen, keine symbolischen Maßnahmen.

Als frühere Geschäftsbereichsleiterin Pflege mit Verantwortung für zwei Kliniken und 130 Mitarbeitende weiß ich aus eigener Erfahrung, wo der Schuh drückt.

Pflege stärken heißt nicht, Sonntagsreden zu halten. Es heißt, Bürokratie abbauen, Kompetenzen ausweiten und endlich angemessen vergüten.

Simone Borchardt MdB


Versorgungssicherheit

Arzneimittelversorgung & Apotheken

Lieferengpässe bei Medikamenten sind kein temporäres Problem, sondern Folge jahrelanger Abhängigkeit von zu wenigen globalen Produktionsstandorten.

Ich setze mich für eine strategische Diversifizierung der Wirkstoffproduktion, verlässliche Versorgungsstrukturen und den Erhalt der Vor-Ort-Apotheken ein.

Apotheken sind Teil der medizinischen Grundversorgung – besonders im ländlichen Raum. Ihr Überleben ist kein betriebswirtschaftliches Problem einzelner Inhaber, sondern eine politische Verantwortung. Wer sie wegsparen will, schadet der Patientenversorgung.

Eine Apotheke, die schließt, hinterlässt Menschen ohne Beratung und ohne Medikamente. Das ist keine Abstraktion, das ist Alltagsrealität in Nordwestmecklenburg, Ludwigslust-Parchim und dem Landkreis Rostock.

Simone Borchardt MdB


Regionale Versorgung

Versorgung im ländlichen Raum

Die gesundheitliche Versorgung in ländlichen Regionen steht unter wachsendem Druck. Ärztemangel, weite Wege, fehlende Nachfolger – das sind keine Einzelfälle, sondern systemische Probleme.

Ich setze mich für Anreizsysteme zur Niederlassung auf dem Land, für den Ausbau von Versorgungszentren und für eine faire Aufteilung zwischen städtischer und ländlicher Infrastruktur ein.

Nordwestmecklenburg, Ludwigslust-Parchim und der Landkreis Rostock sind kein Randgebiet. Es ist eine Region mit Menschen, die genauso schnellen Zugang zu Arzt, Krankenhaus und Apotheke brauchen wie Menschen in der Stadt. Gleichwertige Lebensverhältnisse müssen auch in der Gesundheitsversorgung sichtbar werden.

Gleichwertige Lebensverhältnisse enden nicht an der Stadtgrenze. Auch auf dem Land hat jeder Mensch das Recht auf eine erreichbare, gute Gesundheitsversorgung.

Simone Borchardt MdB


Digitalisierung

Digitalisierung mit echtem Nutzen

Digitalisierung im Gesundheitswesen darf kein Selbstzweck sein. Die elektronische Patientenakte muss ein echtes Werkzeug werden – nicht als starres PDF-Archiv, sondern als lebendige, interoperable medizinische Dokumentation.

Meine Position: Interoperabilität vor Pflichteinführung. Systeme, die nicht miteinander kommunizieren, lösen kein Problem – sie schaffen neue Datensilos.

Telemedizin hat ihre Berechtigung – aber sie kann keine lückenhafte Infrastruktur ersetzen. Dort, wo Telemedizin sinnvoll ist, soll sie gefördert werden. Dort, wo die Vor-Ort-Versorgung fehlt, braucht es strukturelle Lösungen, keine digitalen Alibi-Maßnahmen.

Digitalisierung im Gesundheitswesen ist nur dann gut, wenn sie Ärzten mehr Zeit für Patienten gibt und Patienten mehr Kontrolle über ihre eigene Gesundheit.

Simone Borchardt MdB


Seltene Erkrankungen

Seltene Erkrankungen

Menschen mit seltenen Erkrankungen warten im Durchschnitt über sieben Jahre auf eine korrekte Diagnose. Das ist nicht hinnehmbar.

Ich setze mich für kürzere Diagnosewege, mehr Forschungsförderung und stärkere Versorgungsnetzwerke für Patienten mit seltenen Erkrankungen ein – auch und gerade im ländlichen Raum.

Seltene Erkrankungen treffen wenige Einzelne, aber sie brauchen besondere Aufmerksamkeit und politische Verlässlichkeit. Diagnostische Kompetenz, Vernetzung von Spezialzentren und Zugang zu innovativen Therapien dürfen nicht vom Wohnort abhängen.

Wer eine seltene Erkrankung hat, verdient keine seltene Antwort des Gesundheitssystems.

Simone Borchardt MdB


Prävention

Kinder- & Jugendgesundheit

Gesundheit beginnt nicht erst im Erwachsenenalter. Prävention, frühzeitige Diagnose und ausreichend pädiatrische Kapazitäten sind keine Zusatzleistungen, sondern Kernaufgaben.

Die Unterversorgung bei Kinder- und Jugendmedizin ist ein strukturelles Problem, dem wir systematisch begegnen müssen. Zu wenig Kinderarztpraxen, zu lange Wartezeiten, zu wenig Prävention – das muss sich ändern.

Ich setze mich für den Erhalt und Ausbau der Kinder- und Jugendmedizin in der Fläche ein und für Präventionsprogramme, die früh ansetzen und alle Kinder erreichen, unabhängig von Herkunft und Region.

Wer in Kinder investiert, investiert in Gesundheit für Jahrzehnte. Prävention ist die günstigste Form der Gesundheitspolitik.

Simone Borchardt MdB


GKV-Finanzen

GKV strukturell stärken

Die gesetzliche Krankenversicherung steht vor einem strukturellen Finanzierungsproblem. Kurzfristige Beitragserhöhungen verlagern das Problem – sie lösen es nicht.

Was wir brauchen: eine ehrliche Debatte über Finanzierungsgrundlagen, Leistungskatalog und Effizienz. Keine versteckten Rationierungen, keine Leistungskürzungen durch die Hintertür.

Mein Grundsatz: Keine finanzielle Verantwortungslosigkeit, die zukünftigen Generationen die Last aufbürdet. Aber auch keine kurzfristigen Einnahmensteigerungen, die strukturelle Reformen ersetzen sollen. Die GKV muss dauerhaft tragfähig sein.

Die GKV ist eine Solidargemeinschaft. Wer sie kurzfristig stopft und langfristig schleift, tut weder den Versicherten noch dem System einen Gefallen.

Simone Borchardt MdB